VII. Teil der Norm ( irgendwann 2013/14 )

Ich bin am Boden und ich denke mir: Ich kann nicht mehr!
Hab mich verbogen, weil ich dachte, dadurch wirst du wer,
hab mich belogen und verkauft, verschenkt, verrenkt,
damit mir irgendwer die Option einer Zukunft schenkt.
 

Bin oft gestolpert, gefallen, hab mir das Rückgrat gebrochen
und bin auf allen Vieren vor Euch auf dem Boden gekrochen,
hab euch die Füße geküsst und vorher nicht mal dran gerochen
und ich bekam dafür nicht mehr als einen stinkenden Knochen.

Hab mich versucht zu profilieren und mich selbst zu verstecken
um bei euch einen möglichst positiven Eindruck zu wecken,
um zu gefallen, doch ich fiel, weil ich trotzdem nicht gefiel,
fiel immer tiefer in ein Loch und dabei dachte ich noch:

Dieses Loch kenne ich doch, ja, ich erinner' mich noch:
Das ist das selbe Loch aus dem ich viele Male schon kroch.
Doch diesmal lieg ich dort am Boden, frag mich reglos und still,
ob ich wirklich wieder aus dem Loch hervorkriechen will,
 

ob ich nicht lieber liegen bleibe,mir die Zeit vertreib,
bis der Zeitvertreib mir alle Zeit vertreibt,
mir alle Zeit vertreibt, die mir noch bleibt,

bis zu dem Tag, an dem ich endlich dann mein Ende finde,
an dem ich mich aller Verantwortung und Pflicht entbinde,
alle Verbindungen kappe und alle Bänder zerreiß',
mir meine grenzenlose natürliche Freiheit beweis'

und darauf scheiß',
was alle Leute sagen und was sie wollen,
was alle denken, was wir tun und was wir nicht machen sollen,
was man so braucht zum Überleben in der physischen Form,
denn dann bin ich kein Teil mehr der normalen genormten Norm.

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