VIII. Die eigene Entscheidung ( 22.01.2015 )

"Eigenverantwortung" - dieses Wort, bzw. oft in der Umschreibung "die Verantwortung übernehmen", begegnet einem nicht selten in Themenbereichen Selbstliebe,- findung, Glück & Erfolg im Leben, etc.
Die Kernaussage ist, dass man durch die Übernahme der Verantwortung (für Erlebnisse, bzw. die Anziehung derer, für die eigenen Lebensumstände, usw.) aus der Opferrolle hinaustreten und sich so handlungsfähiger, friedvoller und motivierter fühlen könne/solle.
Ich kann dieses Prinzip mittlerweile bestätigen, auch wenn ich noch keine großen Sprünge damit gemacht habe (oder vielleicht doch, unbewusst?).
Vor Kurzem durfte ich aber noch tiefer in die Materie eintauchen und eine lächerlich simple Einsicht gewinnen, die in ihrer Einfachheit doch erschreckend spät in mein Bewusstsein trat.
Und zwar ist mir aufgefallen, dass die Notwendigkeit (oder Möglichkeit) dieser bewussten Eigenverantwortung (und damit auch ihr Effekt) mehr ins Detail geht, oder umfassender ist, oder ich weiß auch nicht... als ich dachte. Rückblickend denke ich mir, dass das eigentlich so offensichtlich ist/sein sollte, dass ich mich fast nicht traue, diesen Text zu veröffentlichen, weil ich nicht glauben kann, dass mir das nicht bewusst war (und es mir schwer fällt zu glauben, dass ich da nicht die einzige bin...aber mit was ist man schon jemals der einzige.....).
Hier nun zur Erläuterung ein Beispiel:

Den Haushalt (oder irgendetwas anderes, das man erledigen will) vor sich her zu schieben (vllt immer und immer wieder), ist ebenso eine Entscheidung. Man ist nicht einfach "jemand, der das nicht hinkriegt" (sofern man es bereits schon mal hingekriegt hat und daher sicher sein kann,dass es nicht an Kenntnissen oder Fähigkeiten mangelt), oder der einfach einen zu großen Schweinehund hat, oder bei dem das einfach nicht klappt....nein, man entscheidet sich dafür. In dem Moment, in dem man daran denkt, dass man den Haushalt (oder was auch immer) erledigen will und es dennoch nicht tut, obwohl man die Möglichkeit hat (wenn man in dem Moment gerade nicht zu Hause ist, ist es natürlich nicht möglich), ist es eine Entscheidung. Man entscheidet sich, es nicht zu tun. Danach ärgert man sich, weil man es doch eigentlich will/wollte aber trotzdem nicht gemacht hat. An der Stelle kommt dann der arme Schweinehund ins Spiel, über den man dann schimpft und sich aufregt oder sich ihm ausgeliefert fühlt. Totaler Quatsch! Ich hatte die MÖGLICHKEIT, es zu tun, ich WOLLTE es tun - mehr braucht man nicht um etwas zu tun; den Willen und die Möglichkeit. Also sollte man sich hier, statt das ganze unter den Teppich zu kehren und auf den inneren Schweinehund einzupeitschen, mal fragen: Warum habe ich es trotzdem nicht getan? Nein, es ist nicht, weil ich einfach "zu schlecht", "zu faul", "zu undiszipliniert" geboren wurde.
Offenbar ist irgendetwas in mir, das mich zu der Entscheidung geführt hat, den Haushalt nicht zu erledigen, meinem eigenen Wunsch nicht zu entsprechen, meinen eigenen Prioritäten nicht zu folgen. Da gibt es einen Grund!
Das funktioniert genauso bei Dingen, die ich mir zu unterlassen vorgenommen habe. Das Rauchen zum Beispiel. Aus irgendeinem Grund meine ich wohl un-/unterbewusst, dass es besser ist, dieses Vorhaben nicht umzusetzen und stattdessen weiterzurauchen.
Das war auch schon die große Erkenntnis....einfach die Sache nicht wegzuschieben und mit einem "so bin ich halt", "sowas krieg ich halt einfach nicht hin" oder "irgendwie klappt das bei mir nicht" zu ummauern, sondern sich bewusst zu machen, dass es hierfür einen GRUND gibt, dass das eben nicht "einfach so ist", 'weil Gott es so will' oder so, und dass der Grund in MIR ist und ich mir da selbst mal Gehör schenken und den Grund herausfinden und ernst nehmen sollte. 
Beim Rauchen könnte es z.B. sein, dass man immer noch die unterbewusste Angst, ohne Rauchen unsicher und "uncool" zu wirken, aus Teenie-Zeiten in sich trägt.
Es könnten aber auch allgemeinere Gründe sein, wie z.B. "Wenn ich den Haushalt mache, dann nehme ich mein Leben in die Hand und wenn ich mein Leben hinbekomme, dann ist niemand mehr gezwungen, für mich da zu sein und ungezwungen wird niemand bei mir bleiben (wollen)"....weil man vielleicht als Kind zu oft, oder zu unverständlich Verlassenserfahrungen gemacht hat und sich jetzt unterbewusst vor Wiederholungen fürchtet.
Es müssen ja auch nicht mal so radikale Sachen dahinter stecken, es genügt ja schon, wenn wir unterbewusst überzeugt sind, dass die Zuwiderhandlung gegen unseren eigentlichen Wunsch in irgendeiner Art besser/angenehmer wäre als das Gegenteil.
Da mag manchmal durchaus nur Faulheit und der "Schweinehund" drin stecken, also weil es z.B. einfach angenehmer ist, in der Sonne zu liegen, als in der Wohnung Geschirr zu spülen....aber auch dann stellt sich doch die Frage: Warum stelle ich Bequemlichkeit höher als meine eigenen Wünsche/Vorhaben/Ziele ?

Also....Entscheidungen bewusst fällen, oder zumindest im Nachhinein als solche wahrnehmen! (Und dran denken: Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung.)
Mit Entscheidungen ist es ja auch so etwas...ich tu mir schon immer äußerst schwer damit, Entscheidungen zu fällen und ende dann üblicherweise in Aussagen/Gedanken wie "achjeeeh, warum fällt mir das nur immer so schweeeer? Warum muss ich nur so sein??" (Übersetzt: "Das ist halt so. Ich bin halt so. Bei mir klappt das halt nicht.")
Aber sich mit Entscheidungen schwer zu tun, ist ebenfalls eine Entscheidung.
Man könnte auch beschließen, sich künftig leicht zu entscheiden, was zwar vermutlich bedeuten würde, dass man öfter mal eine "falsche" Entscheidung trifft, aber nichtsdestotrotz könnte man sich dann leichter entscheiden. Es ist daher also eine Entscheidung, den Weg des geringeren Risikos (von Falsch-Entscheidungen) zu wählen und dafür in Kauf zu nehmen, dass man sich so schwer tut mit Entscheidungen, statt umgekehrt, den Weg der(s) größeren Risikobereitschaft/Spontanität/Vertrauen zu wählen und es dadurch leichter mit Entscheidungen zu haben.
Ich *bin* also nicht einfach ein Mensch, dem Entscheidungen schwer fallen; ich WÄHLE es so, mir ist nur vielleicht mein Grund dafür nicht bewusst.
 

>>> Tipps zur besseren Entscheidungsfällung gibt es in Kürze hier unter Punkt 2.

 

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